Was zum Essen dazugehört

Der Gaumen verlangt mehr

Der Mensch lebt nicht vom Sein allein, auch nicht vom Essen. Ein gutes Getränk danach ist ein Hauch von Sinnlichkeit. Wenn's paßt. Den Kaffee kann man wie immer beim Discounter kaufen oder sonst wo. Etwas ganz Besonderes bekommen Sie hier. Außer frisch geröstetem Kaffee noch 1100 Teesorten und über 300 Gewürze sowie 3000 Artikel aus dem Esoterikbereich. Alle Lebensmittel sind schadstoffkontrolliert.

Manche Gastgeber wissen wirklich nicht, daß ein Bier kalt und ein Kognak zimmerwarm getrunken wird. Wenn der Gast nicht gerade verwandt oder verschwägert ist wird er seinen Unmut nicht äußern, sondern sich nur schneller verabschieden. Was also tun, um seine Unkenntnis nicht aufzudecken. Kaufen Sie generell einen trockenen Wein. Manche mögen wegen der Säure auch diesen nicht, das kann man mit einem Lidaufschlag beheben. Weißwein trinkt man kalt bis kellerkühl, Rotwein temperiert und rechtzeitig geöffnet. Da haut man zwischendurch keinen Stöpsel rein! Aber auch hier gilt der Grundsatz: Über Geschmack läßt sich nicht streiten.

Wagen Sie sich an Sekt heran, so sind einige Begriffserklärungen notwendig. Steht auf dem Etikett b.A. so heißt das nicht "bei Anton" sondern es steht für "bestimmtes Anbaugebiet". Ist da z.B. zu lesen Baden Sekt b.A. kommt das Getränk nicht aus Rußland. Diese Sektspezialitäten sind zu erkennen an der A.P.Nr., das ist die amtliche Prüfnummer. Oft handelt es sich hier um Grundweine von Riesling, Müller-Thurgau, Nobling oder weißem und rotem Burgunder. Auf dem Etikett sind noch weitere Angaben die man kennen sollte.

Von sehr trocken bis lieblich heißen diese: extra brut oder brut brut; brut; extra trocken oder extra dry; trocken oder dry oder sec; demi sec oder halbtrocken; doux oder mild. Alles kapiert? Einfach wäre auch zu leicht gewesen. Diese unterschiedlichen Bezeichnungen sagen genau das Gleiche aus.

Der in einem dünnen Glas kredenzte Sekt oder Champagner kann bei Müdigkeit mit einem Strohhalm wiederbelebt werden. Sehr empfehlenswert bei rotem Sekt. Muß wegen mangelnder Trinkfestigkeit die Flasche in den Kühlschrank zurück, so kann man ihn mit einem Klemmverschluß versehen, erhältlich im Haushaltswarengeschäft oder hier im Shop. Sind geschmacksneutrale Lebensmittel im Kühlschrank, so hält ihn auch ein in den Flaschenhals gesteckter Silberlöffel oder ein anderes Edelmetallstück frisch und prickelig.

In Ungarn trinkt man den Schnaps vor dem Essen. Wir nippeln hinterher den einen oder anderen herunter. Die Preisunterschiede erklärte mir eine Schnapsbrennerin - nicht zu verwechseln mit Schwarzbrennerin - im Bayerischen Wald. So wird wohl das Massenprodukt Obstwasser aus Industriealkohol geboren, wogegen die teuren Brände aus der Frucht destilliert werden, mit großem Mengenverlust, weil nur der Hauptbrand verwendet wird. Daß an dieser nicht festzustellenden Aussage einiges dran ist kann man selbst schmecken. Mancher Obstler hat einen widerlichen Nachgeschmack. Ein edler Brand hat diesen Nachgeschmack nicht. Also für feine Gäste den teuren Brand verwenden, was Papa dann den Rest der Woche trinkt muß er nicht offenlegen.

Für Cognac muß das Ambiente stimmen, Whiskey verträgt eine derbe Umgebung wie Kellerräume und Lederkleidung. Bei Gin denkt man an Badehöschen und bei Rum an Fidel Castro. Milch und Mineralwasser macht schlappe Schnecken wieder flott, Eistee trinkt man in den Bergen, Früchtetee bekommen die Kranken, für Gemüsesaft oder Tomatensaft braucht man besinnliche Ruhe, Apfelsaft trinkt jeder der nichts besseres kennt. Der Unterschied liegt (a)tens im Alkoholgehalt und (b)tens im Geschmack. Da es niemand gelingt a+b in eine allgemein gültige Formel einzubinden bleibt nur eines übrig: Für unsere Gäscht das Bäscht. Also von allem ebbes und die Stimmung abwarten.